Einen Monat lang darf ich Etagegne Bierig (die Gründerin von „Let me be a child“) in Äthiopien begleiten. Zu sehen, wie viel tägliche Arbeit in diesem Projekt steckt, beeindruckt mich sehr.

In Addis Abeba verbringen wir die meiste Zeit, organisieren viel, es wird einiges besprochen, beobachtet. Wie geht es dem Team? Wie geht es den Kindern? Wo sind aktuell die größten Baustellen?

Schnell wird deutlich, dass immer etwas zu tun und Unterstützung immer gefragt ist. Alle Mitarbeitende verfolgen aus vollem Herzen das gleiche Ziel: Der Name des Projekts ist Programm! Sobald die Kinder durch das Tor auf das Grundstück von „Let me be a child“ kommen, können sie vor allem das – Kinder sein. Fußball, Karten, Tischkicker spielen, eine warme Mahlzeit nach der Schule, sich untereinander austauschen, lernen. Es ist wunderbar zu sehen, wie viel Freude, Zuversicht und Selbstwirksamkeit dieser Ort ihnen schenkt.

Meine Anregung, einen Social Media Account für mehr Sichtbarkeit im Internet zu erstellen, trifft auf offene Ohren und so darf ich schon bald die erste Fotos posten und Interviews aufnehmen. Auch kann ich in Form eines Workshops, die Mitarbeitenden bei Instagram „einarbeiten“, so dass sie den Account jetzt selbst weiterführen können. Das bedeutet, alle Updates auf dem Instagram Kanal entstehen direkt vor Ort!

Zu meinem Glück besuchen wir auch den Projektstandort in Doyogena. Wir werden von einem herzlichen Team begrüßt und einer Menge Projektkinder mit Ehrgeiz und großen Träumen. Da die Schulzeiten auf dem Land noch ein wenig anders sind als in der Stadt, sind hier zu jeder Uhrzeit des Tages Kinder zu finden. Der große Garten dient nicht nur als Spiel- und Sportbereich, auch wächst in den Beeten Kohl, Rote Beete und noch einiges anderes um genug Verpflegung für die Kinder kochen zu können. Die Stromversorgung in dieser Gemeinde ist sehr unzuverlässig, daher wird oft mit Feuer gekocht und gebacken. Ich bewerbe das Projekt auf einen Zuschuss für eine Solaranlage, wir erhalten ihn leider nicht. Vielleicht schaffen wir es in Zukunft, eine ressourcenschonende Alternative zu finden. Genau wie in Addis Abeba kommen auch in Doyogena ehemalige Projektkinder vorbei um Etagegne und mich zu begrüßen. Sie erzählen von ihrem neuen Job oder ihren Kindern, von dem Ende ihrer Ausbildung und was das Leben noch so für sie bereit gehalten hat.
Die Dankbarkeit ist deutlich zu spüren, ich bekomme Gänsehaut, als ich Tränen in manchen Augen erhasche.

Die Arbeit bei „Let me be a child“ ist langfristig. Nachhaltig. Sie macht einen Unterschied.

Leliah Maru – Besuch in Äthiopien, Januar 2026